MFG – Das Magazin – Auf der Flucht


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Auf der Flucht

Text Thomas Schöpf
Ausgabe 11/2006

Vom Titelkampf ist beim SKN nicht mehr die Rede. Obwohl keine Verträge auslaufen, dürfte die „Wiener Fraktion“ nun gehörig schrumpfen.

„Reisende soll man nicht aufhalten“, gibt SKN-Trainer Walter Hörmann das Motto der (wie es im Fußballjargon so treffend heißt) Übertrittszeit vor. Es läuft zwar kein einziger Spielervertrag aus, aber nach den internen Querelen in der Herbstsaison dürfen sich abtrünnige Spieler gerne melden. Als Erster hat den Freifahrtsschein Mesut Dogan gelöst. Der Wiener, der im Sommer von den Austria Amateuren gerade erst gekommen war, wechselt innerhalb der Ostliga zum PSV Team für Wien.
Markus Holemar, mit zehn Treffern Führender in der Schützenliste, war zu Redaktionsschluss beim Wiener Sportklub im Gespräch. Bereits während der Saison aussortiert wurden der Burgenländer Günther Gabriel und der Wiener Willi Ruiss. Mit Ausnahme von Gabriel haben alle schon in der Bundesliga gespielt, dennoch ist für Hörmann keiner von ihnen ein „Führungsspieler“. Damit macht der Sportklub Niederösterreich St. Pölten seinem Namen bald alle Ehre und lässt fast nur noch Niederösterreicher (vorzugsweise Abgänger der St. Pöltner Akademie) auflaufen. Abgesehen von Legionär Sambo Choji wären im derzeitigen SKN-Kader nur noch Christian Kellner, Eldar Topic und Mario Feurer keine NÖler. Der Sohn von Rapid-Legende Herbert „Funki“ Feurer ist aber ohnehin fast schon ein Hiesiger, schließlich kickte er zwei Jahre für die Admira und ist bereits 105 Mal für den SKN im Einsatz gewesen.
Gut, dass es nur eine Vereinsphilosophie ist, dass beim SKN vornehmlich Niederösterreicher eingesetzt werden, und kein Dogma. Denn sonst wird der anvisierte Aufstieg, der diese Saison ohnehin bereits unmöglich ist, sicher nicht klappen. Selbst wenn der Steirer Hörmann noch so oft sein Kapperl mit dem N aufsetzt.