MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Leporello

Text Tina Reichl
Ausgabe 06/2011

Wäre ich eine Opernfigur, ich wäre weder die Mätresse „Violetta“ aus La Traviata, noch die begehrte „Tosca“, sondern schlicht und einfach der Diener „Leporello“ aus Mozarts Oper Don Giovanni, der berühmt ist für seine Liste, die die Liebschaften seines Herrn dokumentiert. Natürlich steckt so ein kleiner Leporello in uns allen, denn wer hätte in seinem Leben noch nie eine Liste gemacht. Aber ich bin nahezu besessen von Listen, und ich rede hier nicht von Einkaufslisten oder der guten alten Plus/Minus Liste. Schon in meiner „Tagebuch-Jugend“ finden sich nicht nur Auflistungen von gesehenen Kinofilmen inklusive eigener Fünf-Sterne-Bewertungsskala sondern auch Listen von Jungs, inklusive genauer Aufzählung der Anzahl der Zungen(!)küsse bei jedem Treffen. Jetzt wird’s krank, gell? Meine To-do-Listen, die überall in meiner Wohnung zu finden sind – in der Handtasche, im Geldbörsel, am Kühlschrank usw. – sind zu einem lieben Begleiter geworden, denn es ist einfach ein wunderbares Gefühl, etwas abzuhaken, etwas erledigt zu haben! Ich mache vor jeder Reise Listen zum Kofferpacken, hinterlasse Listen für den Housesitter, führe Buch über Arztbesuche, Tankrechnungen und meine Tage. Neu in meinem Leben sind Listen von Gewicht und Größe des Nachwuchses und anfangs seiner täglichen Ausscheidungen (ja, das macht man!). Und nachdem ich diese Kolumne jetzt endlich fertig habe, hake ich wieder etwas ab! Ich sag ja, ein gutes Gefühl!
Probiern Sie´s mal aus und helfen Sie mir bei meiner neuesten Liste: 101 Dinge, die man tun sollte, bevor man 40 wird (nur für den Fall, dass dieses Ereignis irgendwann mal in ferner, ferner Zukunft eintrifft!!) Ideen und Anregungen bitte an office@dasmfg.at!