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St. Pöltens gute Seite

I am here to win

Text Ruth Riel
Ausgabe 03/2010

Die Sensation ist perfekt. Die Generali Invaders, die nach ihrem Silver-Bowl Gewinn im Vorjahr in die oberste Football Spielklasse Österreichs aufgestiegen sind, lassen – wie Obmann René Grohs stolz verkündet – „mit Germaine Race den ersten ehemaligen NFL Spieler in der Football-Geschichte Österreichs auflaufen.“ Wir baten den neuen Football-Star der Invaders zum Talk.

Wer gedacht hätte, Germaine Race ist ein abgehalfteter Ex-Footballer, täuscht sich gewaltig. Der „gelernte“ Running Back ist 24 Jahre jung, wenngleich er schon auf viel Erfahrung zurückblickt. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren hat er seine erste Football-Rüstung angelegt, für ihn auch der Hauptunterschied zwischen seiner US-Heimat und Europa. „Im Gegensatz zu Europa, wo die meisten erst im Teenager-Alter oder noch später zum Footballspielen beginnen, fängt man bei uns bereits als junges Kind mit dem Sport an, und kann deshalb viel mehr Know How entwickeln.“ Ein Breitensport Phänomen, ohne Frage. Vergleichbar wäre das mit unseren Kindern, die insbesondere die Packeln schnüren.
Dennoch hat Germaine Race auch für US-Verhältnisse bislang eine tolle Karriere hingelegt. Er spielte u.a. im College-Team der University Pittsburgh State, für das er nicht weniger als 22 Vereinsrekorde aufstellte, u.a. jenen für die meisten Touchdowns. Derlei Erfolge blieben auch den Scouts der größten und stärksten Football-Liga der Welt nicht verborgen, und so engagierten ihn die San Diego Chargers für die NFL!

Eine Knieverletzung warf ihn schließlich auf seinem Karriereweg zurück und quasi bis auf weiteres aus der NFL, wo der Konkurrenzkampf knallhart ist. Pech für Germaine, Glück für die Invaders. Nach der Rekonvaleszenz-Phase stellte sich für Germaine die Frage, wie es sportlich weitergehen soll. Ein Freund, der bereits für ein europäisches Team tätig ist, empfahl ihm, doch sein Sport-Profil auf der Europeplayers Web Site hochzuladen. Dort stöbert auch René Grohs bisweilen, um nach guten Verstärkungen für sein Team zu scouten – und blieb bei Germaine Race hängen, den er bereits von einer Amerika-Reise kannte. Der Rest ist Geschichte – Grohs nutzte die Gunst der Stunde und engagierte kurzerhand Race, und trug sich damit auch gleich in die Annalen der österreichischen Football-Historie ein: „Damit haben wir den ersten NFL-Spieler engagiert, der jemals in Österreich gespielt hat.“

Germaine Race sieht das zunächst einmal auf sechs Monate angelegte Gastspiel in St. Pölten als Teil seines Comebackweges in die NFL. Hier in Österreich möchte er nach überstandener Knieoperation wieder fit werden für höhere Aufgaben. Dabei ist er für seinen neuen Verein voll motiviert: „I am here to win“ meint er unumwunden! Und damit meint er nicht nur die von der Vereinsführung angepeilten mindestens drei Siege, sondern wenn es nach Germaine geht, „möchte ich alle Spiele gewinnen!“

Das ist ein Ansage. In Österreich selbst hat er sich schnell eingelebt „Ich bin von den Teamkollegen und vom Vorstand toll aufgenommen worden“, freut er sich. Österreich und St. Pölten „gefallen mir sehr!“ So wie es den Fans gefallen wird, alsbald Germaine Race in Action zu sehen!