MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Dali, ich bin im Kino!

Text Eva Seidl
Ausgabe 10/2007

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Megaplex St. Pölten sprach MFG mit Theaterleiterin Dani Koljanin über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der St. Pöltner Kinoszene.

Was hat sich in den zehn Jahren, die seit der Eröffnung vergangen sind, verändert?
Umgebaut wurde eigentlich nichts, es gab Veränderungen am Parkplatz und natürlich hat sich die Gastronomie gewandelt. Das Entertainmentcenter im 2. Stock ist äußerst beliebt, besonders die Internetstation wird sehr gut angenommen. Die Pizzeria, das Segafredo und auch die Hooch Bar waren ja von Anfang an dabei. Das Mundos, unser Partylokal, ist später dazu gekommen. Und wir haben natürlich die neue Discothek LIVE, die edler ist als vorher die Nachtschicht.

Waren die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stabil oder gab es deutliche Zu- oder Abnahmen?
Das ist von Jahr zu Jahr verschieden, es kommt sehr auf die Filme an. Wenn die Filmindustrie ein gutes Jahr hat, haben auch wir ein gutes Jahr, wenn es in der Filmindustrie nicht so gut läuft, wirkt sich das auch auf uns aus. Im Großen und Ganzen sind die Besucherzahlen stabil. Bei Blockbustern wie Star Wars oder Harry Potter gehen natürlich die Besucherzahlen rauf.

Wie beurteilen Sie das Verhältnis zum Cinema Paradiso, das ja im Unterschied zum Megaplex Subventionen bekommt?
Grundsätzlich finde ich, dass in jede Landeshauptstadt ein Kunstkino wie das Cinema Paradiso gehört. Wenn so ein Kino aber beispielsweise „Die Simpsons“ zeigt, ist das natürlich schon ein zweischneidiges Schwert. Solche Blockbuster zu spielen und dafür gefördert zu werden, ist eigentlich nicht fair. Und „Die Simpsons“ waren ja kein Einzelfall. Blockbuster stehen immer wieder am Programm. Wir wollen aber nicht herumjammern. Ein zweites großes Kinocenter wäre eher eine Konkurrenz für uns.


Welche Filme sehen Sie sich selbst am liebsten an?
Auf keinen Fall Horrorfilme. Ich mag eher Filme wie z. B. Gladiator, die so bombastisch auf der Leinwand wirken. Sie vermitteln das Feeling, was Kino eigentlich ist, welche Begeisterung man damit auslöst. Aber ich mag auch Kinderfilme wie z. B. Shrek, wenn sie gut gemacht sind.

Seit wann sind Sie eigentlich im Megaplex mit an Bord? Wie kommt man zu so einem Job?
Durch Zufall. Ich hatte mich bereits beworben, bevor noch mit dem Bau des Kinos begonnen wurde. Eigentlich habe ich als Sekretärin begonnen, tja und nach etwa zwei Jahren war ich dann Theaterleiterin.

Speziell im Mundos finden seit drei Jahren regelmäßig Veranstaltungen wie die Balkan Nights statt, die beim Publikum sehr gut ankommen. Da haben Sie offensichtlich den richtigen Riecher bewiesen. Wie erklären Sie sich den Erfolg der Veranstaltungsreihe?
Hauptsächlich liegt es wohl daran, dass es für diese Zielgruppe, also insbesondere Jugendliche mit ex-jugoslawischem Background in St. Pölten oder Umgebung, nichts Vergleichbares gab.
Mittlerweile hingegen wird von anderen Veranstaltern versucht, Ähnliches auf die Beine zu stellen, was unseren Ansatz bestätigt. Ein relevanter Faktor ist zudem sicher das Lokal als solches sowie die Protagonisten, die die Reihe umsetzen.

Welche Entwicklungen erwarten Sie für die nächsten zehn Jahre im Megaplex?
Natürlich wird sich das Kino weiterentwickeln, vor allem technisch. Wir haben jetzt brandneu digitales Kino im Saal 1, das heißt die Ton- und Filmqualität steigt weiter.
Inwieweit sich die Gastronomie im Haus weiterentwickelt, das weiß man nie. Kino selbst wird es jedenfalls immer geben, weil es einfach etwas Besonderes ist. Und Kinofeeling kann man eben nur im Kino genießen. So betrachtet seh ich eine positive Entwicklung!