MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

New media

Text Althea Müller
Ausgabe 03/2011

Ganz offen: Ich bin begeistert vom Fortschritt rundherum. Die ersten Medien, mit denen ich aufwuchs, waren schließlich Kassetten, die sich beizeiten in eine braune Bandsuppe verwandelten (und erst viel später – wow! – CDs). Wir saßen abpassend mit dem Finger auf der Recordtaste da, um vom Radio Ö3 (Privatradios? Häh?) Lieder aufzunehmen. Die TV-Sender hießen FS 1 und 2. In Sendepausen sah man da dann Kurzfilme von spielenden Welpen im Schnee. (Ich meine – ehrlich jetzt – war das leiwand?) Okay, die SAT-Schüssel bescherte uns mehr Programm. Und auf MTV sah man auch tatsächlich noch Musik. Musikclips auf Videokassetten gab es dann im Virgin Megastore zu kaufen. (500 Schilling weg.) Telefonieren ging am Festnetz im Wohnzimmer, die Eltern daneben. Oder in der öffentlichen Telefonzelle. Ich schnitt die obligaten Bilder für meine Collagen noch aus Zeitungen aus. Mit der Schere. Erst die Einführung der Freecards erleichterte das Leben – kostenlose Revolution in Form subversiver Bilder an den Wänden im Jugendzimmer. Und apropos Jugendzimmer: Wer das FM4-House of Pain nicht verpassen wollte, musste zur Sendezeit vorm Gerät sitzen. Podcasts? Und überhaupt – Internet? Gab es. Aber nicht unmittelbar. 1999 dann mein erster E-Mail-Account, das erste Handy. Und heute … alle wissen, wie es heute ist. Ich sag ja nicht, dass das Web, der sprechende Kater auf meinem Telefon, 15in1-Geräte, digitales Fernsehen oder weltweit gratis Skypen ALLES sind… aber missen möchte ich es auch nicht mehr. Klar ging es früher auch irgendwie. Und dann all die Kehrseiten, sicher. Aber mehr Spaß macht’s mir doch heute. Ja!