MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Text Tobias Zuser
Ausgabe 11/2005
Auch wenn nicht immer ein Frontenkrieg, irgendwie ist dieses nutzlose Geplänkel, dem sich die kulturelle Klassengesellschaft in völliger Ekstase hinwirft, immer zugegen. Die Rede ist von den Schlachten, bei denen sich die selbsternannte Subkultur, die denunzierte Alternative und das verachtete Produkt der Massenmedien mit voller Leidenschaft im Fleisch liegen. Dabei wären doch alle in sich schlüssige Gruppierungen, die friedvoll, Hand in Hand, nebeneinander existieren könnten. Aber nein. Polemik herrscht natürlich vor. Da wären zum einen die Handvoll Brahmanen, die sich gerne der Subkultur zuordnen. Neues erschaffen und den Grundstein für überhaupt alles gelegt, öffnen sie ihr ganzes Werk mit schwerem Herzen dem einfachen Volk, der Alternative. Diese möchte nun in ihrem Konsum, der natürlich in voller Länge bei der “beraubten” Subkultur liegt (grandiose PR-Arbeit), völlig ungestört bleiben und ihre aus sich selbst heraus definierte Individualität (?) bewahren. Dabei können sie natürlich am wenigsten den verabscheuten Mainstream gebrauchen, der immer munter gegen die Tür pocht. Doch ist dieser wirklich der Ursprung alles Bösen? Natürlich sitzen in Wahrheit auch hier die eigentlichen Täter im Ankläger-Boot. Denn die geldlechzende Subkultur betreibt eine bis ins Detail geplante Wirtschaftsmaschinerie, die Hand in Hand mit einer kulturellen Globalisierung von statten geht. Als Projektleiter setzt man die Alternative ein, und den Mainstream stellt man ans Fließband. Drecks-Szene, die wir hier haben! Jetzt kann wohl nur noch eines die Kultur retten: eine Revolution. Darum sei es endlich in die Welt geschrien: Mainstream aller Länder, vereinig dich!