MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Mensch ärgere dich nicht!

Text Dieter Schrattenholzer
Ausgabe 12/2005

Seit 25 Jahren wird Sozialpädagogik in St. Pölten gelehrt. Seit 25 Jahren liegen deren Absolventen im Dauerclinch mit den Sozialarbeitern.

In diesen Tagen feiert die Bundesbildungsanstalt für Sozialpädagogik ihr 25 jähriges Jubiläum.  Einzigartig in NÖ – die fünfjährigen Ausbildungsgänge der Sozialpädagogik in St.Pölten und Baden.  Seit Bestehen der Bundesbildungsanstalt für Sozialpädagogik gab und gibt es Diskussionen um die Zukunft dieses Schultyps. Anhebung der Ausbildung auf die tertiäre Ebene, neben der Ausbildung ein tertiärer Studiengang, Reform des Lehrplanes stehen beispielsweise immer wieder zur Debatte. Eines hat die Erfahrung längst gezeigt: Die Abgänger dieser Schule sind oft sehr jung. Sie haben dadurch aber die Möglichkeit, in ihrem Berufsleben sehr zeitig Erfahrungen zu sammeln und somit rasch auf einen entsprechend reichen Fundus zurück greifen zu können. Doppelt hält besser Ein großartige Möglichkeit für St. Pölten! Beheimatet diese Stadt doch nicht nur die BBA / Sozialpädagogik, sondern gleichfalls die FH mit dem Studiengang Sozialarbeit, zwei große Ausbildungsstätten im sozialen Bereich. Die Folgerung, dass sich diese beiden Berufsgruppen ergänzen und miteinander arbeiten, wäre wünschenswert. Dem ist leider noch immer nicht so. Gründe? Vielschichtig, nicht wirklich professionell zu untermauern. Hier hilft auch der Vergleich mit deutschen Ausbildungs- und Studiengängen nicht weiter.  Interdisziplinäre Teams, die wahrhaft klientenorientiert arbeiten, zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der unterschiedlichen Zugänge zu den Betreuungsthemen bedienen, dass ihre Arbeit genau durch diese Ganzheitlichkeit eines weiten Blickwinkels erfolgversprechend ist. Berufsfelder, in denen eine bestimmte Berufgruppe überwiegt, wird es immer geben. Interdisziplinarität ist nicht immer praktikabel, sollte aber auf keinen Fall ausgeschlossen werden. Konkurrenz nicht förderlich Konkurrenz unter Berufsgruppen, insbesondere im sozialen Bereich, ist nicht förderlich, sie hemmt. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter werden als direkte Konkurrenten am Arbeitsmarkt verglichen. Hier gibt es möglicherweise einen Denkfehler. Konkurrenten sind meist diejenigen, die ein und dieselbe Ausbildung genossen haben.  Diskussionen um Ausbildungen und zwischen Professionen wird es immer geben. Dadurch haben wir die Möglichkeit uns zu verbessern. Zurzeit dauert nur eine gehaltlose Diskussion schon sehr lange an. Viel wichtiger ist der Auftrag, der an uns geht, an jene, die in der Praxis stehen, an jene, die an den Ausbildungsstätten lehren.  Unterschiede wird es immer geben, aber gerade diese Unterschiedlichkeit, die Verwendung anderer Zugänge auf eine Problematik, sollte das Gemeinsame werden. All zu oft wird in dieser Diskussion der Klient, der Mensch, um den es eigentlich geht, außen vor gelassen.