MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Die wichtigsten Silvestergebote

Text Althea Müller
Ausgabe 12/2005

1 Du sollst dich nicht gehirntot saufen. Ein neues Jahr ist es wert, nicht völlig verkatert gestartet zu werden. 2 Du sollst keine Kaviar-Brötchen reichen. Seit unserer Kindheit tun wir zu Silvester nichts anderes, als Weißbrot mit Fischeiern drauf zu essen. Es muss Alternativen geben! 3 Du sollst keine Kracher werfen. Kracher erschrecken jeden Menschen und machen die Tiere verrückt. Und welcher ... glaubt heute noch, mit dem Lärm böse Geister abschrecken zu können? Die sind schon seit langem resistent gegen die Knallerei. (Während sich meine Katze jedes Jahr aufs Neue mit angstverzerrter Miene an die Tapete krallt.) 4 Du sollst kein eigenes Feuerwerk entzünden. Stattdessen spende das für die Raketen zurückgelegte Geld einem karitativen Zweck und schau dir eins der tausend fremden Feuerwerke an, die den Silvesterhimmel erleuchten. 5 Du sollst keine guten Vorsätze hegen. Zu Silvester ist das verlorene Liebesmüh: die Zigarette bzw. die fettige Schnitzelsemmel schmeckt schließlich nie besser als an einem ersten Ersten! 6 Du sollst im weißen Schiesser-Top beim Fenster rausschreien und den Mundl so lange glaubwürdig imitieren, bis deine Nachbarn entweder drauf einsteigen – oder die Jalousien runterziehen. Beides ist okay. 7 Du sollst deine Lieben nächtens grenzenlos mit Anrufen, SMS, MMS, E-Mails und Besuchen bombardieren, egal, was war. Schließlich sollte man nie im Streit schlafen gehen. Genauso wenig, wie in ein neues Jahr rutschen. 8 Du sollst Glücksbringer verschenken. Weil es ein immens netter Brauch ist. Wem die Schweinchen und Kleeblätter zu fad sind – Sorgenpüppchen, Eightball-Schlüsselanhänger und Freundschaftsbänder sind eine nette Alternative. 9 Du sollt Walzer nur dann tanzen, wenn du ihn tanzen kannst. Bevor du wie eine Vogelscheuche rumhumpelst, stell dich lieber cool smilend in ein Eck und iss eins dieser Kaviar-Brötchen, die sie ja doch wieder anbieten werden... 10 Du sollst allein spazieren gehen. Jeweils am 31.12. und am 1.1. Erst zum Abschiednehmen, dann zum Willkommenheißen. Wer weiß schon, was kommt?