MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Im Schweißbad

Text Althea Müller
Ausgabe 12/2005

Mitte November hält sich die ganz persönliche Weihnachtsstimmung noch in deutlichen Grenzen, was sich aber bei Eintritt in das wunderschöne Leiner Winterwonderland schlagartig ändert. Im 3. Stock, inmitten von Kerzen, Kugeln, Bäumchen, Engelsflügeln und Teddys haben wir nämlich ein Date mit dem Weihnachtsmann.

Zumindest mit seiner Teilzeit-Vertretung, die heuer an zwei Weihnachtssamstagen dessen winkende, Mandarinen-verteilende und hohohoende Rolle im Leiner Stammhaus am St. Pöltner Rathausplatz übernimmt. Mit klemmenden Stiefeln und in leicht miefiger Kostümierung führt uns der Herr mit Rauschebart durch den Leiner Weihnachtsmarkt im dritten Stock, wo er auch sofort von einem Kind entdeckt wird, das aber auch noch nicht so richtig in Adventsstimmung zu sein scheint, und die Bitte des frommen Mannes nach einem gemeinsamen Foto gleich mal selbstbewusst verneint. „Früher hat das Spiel hier immer ein Pensionist übernommen“, erzählt der Weihnachtsmann, der eigentlich Richard heißt und als Verkäufer in der Impuls-Abteilung arbeitet, „aber heuer teilen wir es unter uns Verkäufern auf zwei auf.“ Ob er sich auf seine Rolle freut? „Irgendwie schon. Gerade an den stressigen Samstagen ist es sicher als Weihnachtsmann gemütlicher als im Verkauf.“ Das war’s? Kein Feuchter-Augen-Stolz, den wichtigsten Mann des Dezembers spielen zu dürfen? „Also, ich selbst hab als Kind ans Christkind geglaubt.“ Oh yeah, ist da somit Stress vorprogrammiert mit Eltern, denen für ihre Kinder das Christkindl eventuell lieber wäre als der Coca Cola-Typ? „Nein, das gab’s noch nie. Normalerweise freuen sich die Eltern, wenn die Kinder ‚Schau, der Weihnachtsmann!’ rufen und herkommen.“ Ein großes Manko hat die Show für Richard jedoch: sein Kostüm ist schweineheiß. Das merkt er bereits nach einer knappen Stunde Fotosession. Erleichtert reißt er sich, nachdem die Kamera endlich weggepackt ist, darum gleich mal Perücke und Bart runter. Doch als ein Kind ums Eck biegt, hat er seine Montur schnell wieder oben, denn „der Kleine glaubt ja vielleicht noch an den Weihnachtsmann – der hat ja ein Trauma, wenn er mich jetzt ohne Bart sieht!“ Bei aller Jobnüchternheit schwingt hier also doch auch ein bisschen Weihnachtszauber mit. Infos unter: www.leiner.at