MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Heavy X-Mess

Text Althea Müller
Ausgabe 12/2005

Weil Weihnachten etwas Schönes ist (und Basta Gfrasta!), haben wir hier unter Zuhilfenahme zum Teil 25jähriger Studien die wichtigsten Fakten beleuchtet, die das Fest der Liebe und des absoluten Konsumzwangs empfindlich stören könnten. Die ultimativen Lösungen sind natürlich anbei.

Stressor 1: DAS WEIHNACHTSGELD Eigentlich möchte man damit das Konto ausgleichen, zwei Tage in die Therme fahren und endlich die Winterreifen montieren lassen. In der Realität melkt man wie irre den Bankomaten, verschleudert die Kohle beim Punschen, kauft das siebenunddreißigste Paar wahlweise Schuhe oder Stereoboxen und gibt Unmengen für Geschenke aus. ABHILFE: das Auto verkaufen. Dann spart man sich schon mal die Reifen, und von dem bisschen Zusatzgeld, das man für die Schüssel bekommt, leistet man sich immerhin einen halben Thermen-Tag, den man nach dem wenig einfühlsamen Gespräch mit dem Bankbetreuer auch dringend braucht. Stressor 2: GESCHENKE Passend sollen sie sein, von Herzen kommend, nicht zu teuer aber auch kein Ramsch. Sie im letzten Moment zu kaufen, ist verpönt – schließlich soll sich der Schenker Zeit nehmen. ABHILFE/Zeit: www.amazon.at, www.aum.at, www.emp.de, www.shirt-city.de etc. Alles klar? ABHILFE/Wert: Steine bemalen, Kerzen bekleben. Natürlich wird das eine oder andere Kunstwerk ziemlich hässlich aussehen, wenn man kein Talent zum Basteln hat und auch schon aus dem Alter raus ist, in dem einem die Kindergartentante hilft. Aber weil wir ja alle sehr alternativ und kreativ sind, wird der Beschenkte so und so mit feuchten Augen (aus welchem Grund auch immer, aber sagen wir mal: aus Rührung) reagieren. ABHILFE/Zeit & Wert: nichts schenken. Ist aber irgendwie fad. Außerdem kriegt man dann im schlimmsten Fall auch nix. Stressor 3: DER HEILIGE ABEND AN SICH Obwohl man den Nachmittag mit tschechischen Märchenfilmen und den Weihnachtsfolgen von den Peanuts und Garfield sowie mit Baumschmücken und Beerenpunschtrinken verbracht hat, und obwohl der Abend inklusive super Essen und lieben Geschenken (bemalten Steinen, unter anderem) ganz wunderbar verlaufen ist, sitzen jetzt alle steif um den Wohnzimmertisch rum und trinken zuviel Rotwein. ABHILFE: locker machen. Jeden, der sich im Raum befindet, fest umarmen und Dinge wie „Wenn ich dich nicht hätte, Herrgott, mein Leben, das wär daneben!“ sagen. Die Aufforderung in den Raum stellen, im Chor „Last Christmas“ in A1-Manier zu singen. Die Eltern solange von allen Seiten mit der Handykamera fotografieren, bis sie ausflippen. Mit Christbaumkugeln jonglieren, und immer, wenn es fad zu werden droht, ganz laut „Hepp!“ brüllen. Die kleinen Nichten nachdrücklich und immer wieder darum bitten, Weihnachtsgedichte aufzusagen, weil man weiß, dass sie das hassen. Und am nächsten Tag alles auf den Rotwein schieben. Klappt!