MFG - Stetiges Wachstum?
Stetiges Wachstum?


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Stetiges Wachstum?

Text Dominik Leitner
Ausgabe 09/2015
Unsere Landeshauptstadt wächst und gedeiht – das kann jeder sehen, der sich in den vergangenen Jahren ein kleines bisschen mit St. Pölten beschäftigt hat. Die größte Herausforderung ist aber, das gefestigte Image in den Köpfen der Restösterreicher zu verändern und mit der heutigen Realität abzugleichen.
Gelungene und durchorganisierte Sportveranstaltungen wie der Ironman 70.3 oder „Wings for Life World Run“ machen St. Pölten bis über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die größte Chance bietet aber der Festivalsommer: Gerade bei den sich betrinkenden Jugendlichen ist es noch recht einfach möglich, in der – nach drei Tagen Besäufnis – nur mehr wenig vorhandenen Erinnerung als positive Gastgeberin im Gedächtnis zu bleiben. Für mich war es z. B. das NUKE im Jahr 2006, das mir St. Pölten das erste Mal näher brachte. Und die Zahlen stimmen ja: Auch wenn es in diesem Jahr einen Rückgang gab – 125.000 junge Besucher sind trotzdem nicht von schlechten Eltern.
Ebenso wachsen möchte auch die FH St. Pölten: Erst kürzlich hat die NÖN über die Zukunftspläne der Fachhochschule geschrieben. 2.500 Studierende zahlen im Wintersemester 2015/16 brav ihre Studiengebühren ein, in wenigen Jahren sollen es  bereits 3.000 sein. Die Frage ist jedoch, ob hier die Qualität mit der Quantität in diesem Tempo mitziehen kann. Vor allem, weil es schon mit 1.700 Studierenden, als ich mein Studium begann, große Probleme gab.
Und wenn man schon über Zukunftsprojekte, Ausbaupläne und Anmietungen diskutiert, wäre es sinnvoll, die Stadtentwicklung verstärkt aus dem Blickwinkel von Studierenden mitzudenken. Denn, so gut kann die Hochschulausbildung auch sein, für St. Pölten wäre es schade, wenn die Stadt selbst nach dreijährigem Studium bei Wienpendlern keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.