MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

MFG – Mehr als eine Partei!

Text Michael Müllner
Ausgabe 11/2021

Ich erinnere mich an eine Redaktionskonferenz vor vielen Jahren. Mehr im Spaß, als im Ernst, kam beim Brainstorming zur bevorstehenden Gemeinderatswahl die Idee auf, wir könnten als „MFG-Partei“ antreten. Obwohl es niemandem ernst war, machten wir uns Gedanken, was denn unsere Forderungen wären? Fazit, wir wären: „Für Leiwand. Gegen Oasch.“ Eine Blödelei, die rasch aufzeigte: Politik verlangt, so wie alles im Leben, das Früchte tragen soll, Ernsthaftigkeit.
Nun haben wir den Salat. Es gibt sie wirklich, die MFG-Partei. Mit rund 50.000 Stimmen sitzt sie sogar im oberösterreichischen Landtag. Um es klarzustellen, wir haben nichts mit denen am Hut. Weder personell, noch inhaltlich. Denn wir haben unsere Blödelei bald eingestellt und wieder zu arbeiten begonnen. Doch wenn ich mir das „Programm“ der sogenannten MFG-Partei anschaue, dann denke ich zwangsläufig zurück an unsere Spaß-Idee. Gegen das Schlechte und für das Gute sein -–so einfach ist das scheinbar. Aber ist es das wirklich?
Auf den ersten Blick kommen die Forderungen sympathisch daher. Man könnte auch sagen: populistisch.Doch mehr als Überschriften sind es halt nicht – und daher finden sich weder echte Lösungsansätze noch grundsätzliche Positionen, sondern nur ein konzeptloser Wirrwarr. Wobei, allein Schuld sind die Kollegen der MFG-Partei an ihrem Erfolg auch wieder nicht. Es sind andere, die mit voller Kraft das Vertrauen in unabhängigen Journalismus und ernsthafte Politik zerstören, indem sie mit Arroganz und Dummheit die Glaubwürdigkeit ihrer Institutionen beschädigen. Genau, die.