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St. Pöltner Baustellen

Text Sascha Harold
Ausgabe 02/2026

Auch an der Landeshauptstadt ist die Krise in der Immobilienbranche nicht spurlos vorbeigegangen. Wie steht es um die teils brach liegenden Bauflächen in der Stadt?

Pleiten, Pech und Pannen prägen die Geschichte des prestigeträchtigen ehemaligen Leiner-Areals am St. Pöltner Rathausplatz. Unter dem klingenden Namen „Rossmarkthöfe“ sollte, damals noch unter Schirmherrschaft der inzwischen insolventen Signa-Gruppe, ein neues Stadtquartier entstehen. 2022 verkaufte Signa das Bauprojekt an die Süba AG – die inzwischen ebenfalls insolvent ist. Gegenüber MFG hieß es im Februar 2025 noch, dass die Insolvenz nur ein Tochterunternehmen betreffe und das Projekt am St. Pöltner Rathausplatz nicht gefährdet sei, einige Monate später war klar: Ist es doch. Seit Oktober steht fest, dass die Sanierung der Süba AG gescheitert ist, die Zukunft des ehemaligen Leiner-Areals ist damit offen. Im Wahlkampf thematisierte VP-Spitzenkandidat Florian Krumböck den Leerstand und forderte die Stadt auf, es Wr. Neustadt gleich zu tun und den ehemaligen Leiner Grund selbst zu kaufen. Ob das in Zeiten des Spardrucks finanzierbar ist, ist fraglich, eine dahingehende Rückfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Inter­essiert an zumindest Teilen des Grundstücks dürfte dem Vernehmen nach Alpenland sein. Aus dem Unternehmen heißt es dazu nur unverbindlich, dass das Leiner-Areal eine interessante Liegenschaft mit breitem Nutzungsmix sei. Auch bei der Stadt gibt man sich zugeknöpft, Sprecher Thomas Kainz lässt wissen: „Es gibt aktuell gute, aussichtsreiche Gespräche, die wir zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht konkretisieren können.“ Die Wiederinbetriebnahme der Leiner-Garage sei jedenfalls im vordringlichen Interesse der Stadt, so Kainz weiter. 
Ebenfalls von Insolvenz betroffen ist das Wohnprojekt Steingötterhof des Wiener Wohnbauträgers 6B47. Nachdem dort mit Ende Juni 2025 die sogenannte Sanierungstreuhandschaft erfolgreich abgeschlossen wurde, wurde mit Christoph Schäffer ein Geschäftsführer bestellt. „Nach anfänglicher Skepsis durch die mediale Berichterstattung über das Projekt, ist die Nachfrage sowohl von Endverbrauchern wie auch Anlegern mittlerweile sehr groß und es wurden bisher bereits knapp 70 % der Wohnungen verkauft“, lässt der Geschäftsführer wissen, der seine Rolle bis zum kompletten Verkauf von Wohnungen und den beiden noch unbebauten Baufeldern ausfüllt. Bei diesen freien Flächen dürfte es jedenfalls bald Bewegung geben, sie sollen verkauft werden, ein verbindliches Kaufanbot eines Interessenten liege bereits vor, so Schäffer. 
Ein weiterer Sanierungsfall ist die Da Vinci Waldgarten GmbH, die ein (bereits fertiggestelltes) Wohnprojekt am Eisberg betreute. Im Sanierungsantrag heißt es, dass der Verkauf der Reihenhäuser nicht planmäßig gelungen sei. Brisant ist der Fall auch, weil die Da Vinci Gruppe, zu der die betroffene Gesellschaft gehört, auch an der Umsetzung Domgarage beteiligt ist. Hier wiegelt das Unternehmen aber ab: „Die betroffene Gesellschaft ist eine von 16 Gesellschaften der Gruppe. Derzeit ist nur die Da Vinci Waldgarten betroffen. Der Baubeginn der Domgarage soll plangemäß im ersten Halbjahr gestartet werden.” Ob dieser Plan wirklich hält, wird man, mit Blick auf die schrittweise Insolvenz der Süba AG, noch sehen.