No expectations
Text
Thomas Fröhlich
Ausgabe
09/2026
Vielleicht erinnern Sie sich noch an meine Kolumne im Juni: Da schrieb ich über das BarRock, das heuer seinen 20. Geburtstag feiert und über einen der wohl schönsten Gastgärten der Stadt verfügt. Allerdings: So wie es derzeit aussieht, schließt diese Institution Ende September. Als Grund wird eine Nichtübereinkunft bezüglich der Mieterhöhung zwischen Mieter (also BarRock) und Vermieter (KPÖ) angegeben, was mehr als bedauerlich ist und was ich hier gar nicht kommentieren möchte. Tatsache ist: Wieder ein Lokal weniger, in dem sich Nachtschwärmer, Barfliegen und Rockfans wohlfühlen durften und dies auch ausgiebig taten! Nach dem Wegfall des Underground voriges Jahr ist das ein herber Rückschlag für all jene, die fürs KiKuLa zu alt, fürs Kulturzentrum Löwinnenhof* nicht queer genug sind und denen es gewaltig gegen den Strich geht, mancherorts um halb 10 am Abend zur „letzten Runde“ aufgefordert zu werden. Auch übers Narrnkastl zirkulieren Gerüchte, dass ein Ende absehbar scheint.
Das mfg titelte im Juni „Disco is dead?“. Mittlerweile kann man es mit Lenny Kravitz halten: „Rock’n’Roll is dead!“ Nahezu sämtliche Lokale, an denen auch Punk, Rock, Metal gleichsam zur auralen Einrichtung zählen, sind futsch. Einzig das McLaren’s Pub (dessen Geschäftsführern man schon seit Jahren einen Schanigarten behördlicherseits verunmöglicht, die aber im Rahmen des Millionengrabs Tangente eine völlig sinnlose unbenutzbare Tischkonstruktion vor ihrer Eingangstür ertragen mussten) hält dann noch die Stellung. No Future …?



