MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Two of a kind

Text Michael Müllner
Ausgabe 03/2013

Erwin „Allmighty“ Pröll machte nicht den Goliat, ließ sich nicht wie im Märchen von den kleinen Davids einen Kopf kürzen. Vielleicht wäre dazu auch mehr Plan und Kooperation der Gegner nötig gewesen?
Die Grünen mussten jedenfalls erkennen, dass mit redlicher Politik allein bei acht Prozent Wahlschluss ist. Immerhin: Die Mühen eines echten Wahlkampfs hatten sie sich erspart.
Auch die FPÖ kam nicht über acht Prozent hinaus. Mehr Potential gibt es für deren Politik nicht, wenn sie nur nach dem Reinheitsgebot des vorigen Jahrhunderts gebraut wird. Dann suchen sich die klassischen Protestwähler nämlich die nächstbeste Möglichkeit: Die etwas weniger grenzwertige Neigungsgruppe „Team Stronach“ steht bereit.
Das echte Problem hat die SPÖ-NÖ. Sie schaffte das Kunsstück, mehr Prozentpunkte zu verlieren, als die von allen attackierte ÖVP. Diese sicherte sich zum dritten Mal in Folge die absolute Macht im Land. Was auch nicht wundert: mit einem strategisch perfekten Wahlkampf (unter Ausnutzung des gültigen Wahlrechts), unglaublichem (Geld-)Mitteleinsatz, totalem Mitstreiter-Brainwash, kaum Angriffsfläche für Kritiker ... da wird man doch wohl gewinnen dürfen?
Am roten Grundproblem wird auch Matthias Stadler nichts ändern: Rote Bürgermeister werden weiterhin dem Landesfürsten für Zusammenarbeit und Landesgeld die Hand küssen – statt im Sinne der Partei­linie gegen ihn anzukämpfen. Aber vielleicht ist Stadler ja mehr als Mediator gedacht. Als St. Pöltner Bürgermeister (mit absoluter Mehrheit) regiert er im roten Rathaus die stadt nicht viel anders als Pröll im schwarzen Landhaus das Land. Two of a Kind.