MFG – Das Magazin – Trockenes Outback oder fruchtbare Oasen


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Trockenes Outback oder fruchtbare Oasen?

Text Johannes Mayerhofer
Ausgabe 05/2019

Seit dem Ende des legendären Allentsteiger Kulturzentrums „Avalon“ vor 14 Jahren hat sich die jugendliche Musikszene im Norden Niederösterreichs zersplittert. Was hat sich seitdem getan und was bietet die Region Musikern und Fans subkultureller Musik heute?

„Ah, aus dem Waldviertel seid ihr? Spannend! Aber… wo tritt man da so auf?“ Solche und ähnlich ratlos-erstaunte Reaktionen bekommen Bands und Einzelmusiker aus dieser Region nicht selten zu hören. Zumindest, wenn sie für Auftritte in die urbanen Zentren fahren und in verrauchten, biergeschwängerten Backstage-Bereichen mit (groß-)städtischen Musikerkollegen Palaver führen.
Vor allem was subkulturelle Spielarten von Musikgenres angeht, entsteht im Osten Österreichs schnell der Eindruck, jedeR zweiteR Band/Künstler käme aus Wien. Und wer nach nahen Konzertangeboten sucht, brauche sich außerhalb der Bundeshauptstadt, oder zumindest am tiefen Land in der Regel gar nicht erst umzusehen. Dass es eine ungleiche Verteilung von Lokalen, Zentren, Musikern, Künstlern und Publikum zugunsten von Städten gibt, liegt in der Natur der Sache. Und dennoch ist der Blick mancher Großstädter – ob Besucher oder Musiker – auf das vermeintliche „Outback“ in den rustikalsten Flecken des Landes verzerrt. Zumindest, wenn es um das Waldviertel geht.