MFG – Das Magazin – EMIL MARIO VACANO - Herzblut


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

EMIL MARIO VACANO - Herzblut & Champagner

Text Thomas Fröhlich
Ausgabe 03/2020

Nach ihm ist die Vacano-Promenade im Stadtwald, dem ehemaligen Kaiserwald, benannt. Er war einer der meistgelesenen altösterreichischen Autoren und eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Heute kennt ihn beinahe niemand mehr: Emil Mario Vacano, der auch eine Zeitlang in St. Pölten lebte. Thomas Fröhlich begab sich anlässlich dessen 180. Geburtstags auf Spurensuche in nebliges Terrain.

Der Kaiserwald von St. Pölten bietet im winterlichen Nebel und bei sanftem Schneefall nicht nur für Melancholiker eine prächtige Bühne. Eine beinahe undurchdringliche Stille liegt über ihm, nur gelegentlich unterbrochen vom Knacksen eines Zweiges oder dem kaum merklichen Rauschen des Windes. Betritt man den Wald von der Stadtseite aus durch den kurzen Fußgängertunnel unter der Bahntrasse und wendet sich sogleich nach links, befindet man sich auf der Vacano-Promenade, die uns an einem Bildstock aus dem 17. Jahrhundert vorbei zum Kalvarienberg führt. Alles wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Unter „Promenade“ stellt man sich möglicherweise auch etwas anderes vor als diesen unauffälligen Waldweg, der so gar nichts Mondänes oder Glamouröses an sich hat. Im Sockel des Bildstockes findet man die später angebrachte, mittlerweile stark verwitterte Inschrift: „Hier verweilte oft und gern der Dichter Emil Mario Vacano.“