MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

JUMPZONE X – Einfach zum Aus-Flip-en

Text Johannes Reichl
Ausgabe 06/2021

„ENDLICH! Das war mein erster Gedanke, als ich gehört habe, dass ein Jumpark in St. Pölten aufsperrt“, lacht Nina. Nicht etwa, weil sie zuvor so jump-affin gewesen wäre, sondern weil sie als Mutter zweier Kinder über jedes zusätzliche Angebot in der Stadt glücklich ist, „das die Kinder so richtig müde macht!“, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

Dass sie dieser Tage selbst vom Jumpzone X, so heißt der neue Sprungtempel, müde nachhause geht, hängt freilich damit zusammen, dass sie dort arbeitet und die Einrichtung die ersten Tage regelrecht gestürmt wurde. „Wir waren praktisch ausreserviert. Auch erste Schulklassen waren schon da“, freut sie sich über die Resonanz. Wer da so käme? „Eigentlich quer durch den Gemüsegarten – natürlich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene sind voll bei der Sache“, so Nina. Kollegin Kathi erzählt etwa von „zwei Omas, sicher um die 80 herum, die gestern mit den Enkerln zu Besuch waren und ebenfalls voll mitgehüpft sind.“

Das lange Warten hat ein Ende
Man kann sich vorstellen, welch großer Stein Besitzer Andi Steinbauer, der in St. Pölten seine mittlerweile vierte Jumpzone in Österreich aufgesperrt hat, vom Herzen gefallen ist. „Wir hätten ohne Lockdown ja schon Anfang Jänner eröffnet!“, erzählt er. „Die Zeit bis Mai war daher wirklich hart für uns, zumal wir für diesen Standort keine Förderungen bekommen, es auch noch keine Umsätze gab. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Bei einer Investitionssumme im sechsstelligen Euro-Bereich kann man sich seine schlaflosen Nächte während des Lockdowns ausmalen.  Auf St. Pölten sei man übrigens gekommen „weil es hier noch wenig Angebot gibt und weil eine geeignete Halle zur Verfügung stand.“ Was nämlich gar nicht so einfach ist. Fündig geworden ist man am ehemaligen Team Red Areal in der Kremser Landstraße 66.

Jump all around
Den Platz der Halle hat man bis auf den letzten Millimeter ausgenutzt, wie wir uns bei einem Rundgang mit Kathi und Nina überzeugen können.
Gleich nach dem Eintreten ist man quasi schon mittendrin statt nur dabei. Rechts ist der Counter, wo man eincheckt und auch Snacks erstehen kann, links ein kleiner Partyraum und geradeaus geht’s in die bunte Kids Jump-Area für Kinder bis acht Jahre. Diese wartet neben Trampolinen, Walltramp & Co. auch mit Basketballkörben auf, wo man – Air Jordan-like – spektakuläre Dunkings hinlegen kann. Und ein „Schnitzelbecken“ aus Schaumstoff-Würfeln sorgt für Spaß und sanfte Landung.  Im selben Raum findet sich noch ein kleines „Becken“, „wo Mütter ihre Babies, während die Geschwister im Park herumtoben, herumkrabbeln lassen können“, erklärt Nina.
Geht man seitlich der Anlage vorbei, steht man plötzlich – Überraschung – in einem zweiten großen Teil des Trampolinparks, der Pro Jump Zone. Hier geht es – frei nach Tim Bendzko – im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. Die Trampoline sind stärker gefedert, der Adrenalinkick dementsprechend höher, weshalb Zutritt erst ab acht Jahren erlaubt ist. Neben Freestyle und High Performance Area stellt die so genannte Wall, wo man nach dem Abfedern waagrecht zum Boden eine Wand hochmarschiert, eine besondere Challenge dar.

Crashtest
Wir sind freilich nicht nur zum Schauen gekommen, sondern zum knallharten Antesten. Dafür haben wir unter anderem als ultimativen Profi Georg Furtmüller gewonnen, seines Zeichens Lehrer an der Sporthauptschule Böheimkirchen, wo er einen eigenen Flip & Jump Schwerpunkt aufgebaut hat. Georg springt sich – wahrlich spektakulär – durchs Gelände: Salti, Schrauben, Auerbach … alles was das Jumper-Herz begehrt. Wie fällt sein erstes Urteil aus? „Eine wirklich total coole Anlage! Definitiv kein ‚Klumpert‘, sondern alles gut verarbeitet. Man fühlt sich sicher, die Trampoline sind gut gefedert. Da ist für jede Altersgruppe was dabei!“
Ähnlich begeistert zeigen sich Chrisi und Max, Schüler des Sportgymnasiums in der Josefstraße und beide elf Lenze alt. Auch sie geben sich das volle Programm und haben unübersehbar eine Riesenhetz dabei. „Die Trampoline federn einfach sensationell, und die Schnitzelgrube ist sooo geil“, schwärmt Max, der sich gerade an seinen ersten Backflips versucht. Auch Chrisi, der mit einem gschmeidigen Auerbach Backflip vorbeisegelt, ist begeistert. „Am coolsten ist der Airbag, weil du da alle Tricks durchziehen kannst, ohne Angst haben zu müssen, dass du dich verletzt!“
Das Fazit nach einer Stunde Power-Jumping fällt jedenfalls äußerst positiv aus. „Einfach 100% Trampolinspaß!“, bringt es Georg Furtmüller auf den Punkt. Und den ultimativen „Adelsschlag“, was vor allem Andi zuversichtlich stimmen dürfte, erteilt zuletzt Max. „Jumpzone X ist besser als Tigers World!“, also jener Jumppark vor den Toren Wiens, wo die sprungbegeisterten St. Pöltner bislang aufgrund mangelnden Angebots in der eigenen Stadt hinpilgern mussten. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.