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St. Pöltens gute Seite

EINE IRISCHE MUSIKLEGENDE

Text Anne-Sophie Müllner
Ausgabe 04/2016

Er ist einer der musikalischen Superstars der 70er-Jahre. Er lieferte unzählige Nr. 1-Hits wie „Nothing Rhymed“, „Alone Again (Naturally)“, „Claire“, „Matrimony“ oder „Get Down“. Am 15. April gastiert der irische Songschreiber und Sänger Gilbert O’Sullivan mit seiner Band im VAZ St. Pölten.

Sie waren bereits Anfang der 1970er-Jahre ein Star, heute sind Sie nach wie vor musikalisch unterwegs. Wie schaffen Sie es sich so lange international zu halten?
Durch meine Liebe zum Songwriting, die in über fünfzig Jahren nicht nachgelassen hat. Und als Ergebnis dieser Liebe finden viele der Songs die ich schreibe, aufnehme und aufführe weltweit Akzeptanz bei einem breiten und vielfältigen Publikum.

2015 erschien Ihr Album „Latin ala G!“ mit Einflüssen lateinamerikanischer Musik. Inwiefern hat sich ihr Musikstil in den letzten Jahren gewandelt?
Mein Stil hat sich in Bezug auf das Schreiben nicht verändert. Ich setze mich noch immer ans Klavier und arbeite an einer Melodie. Danach setze ich mich an den Tisch für die Lyrics.

Woher nehmen Sie noch immer die­se Schaffenskraft?
Das ist im Grunde eine Mischung aus Kreativität, die meiner Begeisterung für die Musik geschuldet ist, zum anderen meiner Disziplin, welche mich meine Ideen dann umsetzen lässt.

Als Jugendlicher waren Sie ein international gefeierter Superstar. Der Megastarkult um Ihre Person hat im Laufe der Jahre nachgelassen – finden Sie das schade?
Für mich war es bereits in den frühen 70er-Jahren nicht wichtig, welches Image ich habe, sondern viel mehr, welche Alben ich veröffentliche. Einen guten Song schreiben, gute Aufnahmen machen – sogar welche, die sich nicht verkaufen – ist für mich befriedigender als eine Aufnahme zu veröffentlichen, die ich nicht mag, die aber trotzdem erfolgreich wird!

David Bowie ist im Jänner verstorben. Sie beide hatten ungefähr zur gleichen Zeit, Anfang der 70er-Jahre, ihren Durchbruch. Wie beurteilen Sie den Verlust dieses großartigen Musikers?
Er ist ein wahrer Innovator, der es wagte, anders zu sein. Ein Schreiber und Performer von so vielen unvergesslichen Songs. Auf unserer letzten Tour hab ich als Tribut an ihn einen Song aufgeführt, den ich nach dem Tod von John Lennon geschrieben und aufgenommen hatte. Dieser bringt in vielerlei Hinsicht zum Ausdruck, was sehr viele Menschen nach seinem Tod gefühlt haben. Er heißt „Lost a Friend“ und wir werden ihn auch in St. Pölten spielen.

Das Musikbusiness hat sich extrem geändert, von der Produktion über die Vermarktung bin hin zum Vertrieb über Internet und social media-Kanäle. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Positiv. In meinem Beruf ist es sehr wichtig, nützlich und auch hilfreich mit einem möglichst breiten Publikum in welcher Weise auch immer in Kontakt zu treten. Ich mache das nun auch online mit Hilfe meiner Tochter Tara, die nicht nur die Kraft der sozialen Medien versteht, sondern auch in der Lage ist mir zu zeigen, wie ich sie am besten nutzen kann.

Im Februar waren Sie auf UK-Tour, im April haben Sie ihren einzigen Österreich-Auftritt im VAZ. Was verbindet Sie mit Österreich?
Ein Ferienhaus in dem schönen Ort Bad Mitterndorf.  Abgesehen von den Freunden, die ich hier gefunden habe, auch die wunderbare Gegend, die nicht nur im Winter, sondern vor allem im Sommer ein wirklich herrlicher Anblick ist.

Was erwartet die Besucher bei Ihrer Show im VAZ St. Pölten?
Wir werden über zwei Stunden die bekanntesten Songs und ein wenig vom neuen Material spielen.


GILBERT O’SULLIVAN
15. April, VAZ St. Pölten
www.vaz.at