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St. Pöltens gute Seite

Tina Reichl

Tina Reichl
Kolumnistin
Die Diva. Kolumnistin mit dem genialen Big Point im Schlusssatz. Variiert zwischen Diva, Vamp, Supermom und Männerversteherin. Vollblutfrau, die direkt vom Nahkampf Leben berichtet und diesem immer ein Schmunzeln entreißen kann.

Foto Johannes Reichl

Gleich

Wenn mein Sohn sagt, er hört gleich auf mit seinem Handy zu spielen, er kommt wirklich gleich zum Zähne putzen und er beginnt auch gleich mit der Hausübung, ist das ein dehnbarer Begriff. Unter „gleich“ versteht er und der Durchschnittsösterreicher nämlich nichts anderes als bald mal, in nächster Zeit, eh dann mal, vielleicht im Anschluss oder mal sehen. Wenn im Geschäft der Zettel hängt „Komme gleich!“ kann dieses  eine Stunde Mittagspause bedeuten oder 10 Minuten „Ich  ...


Foto alfa27 - stock.adobe.com

Auszeit

Was, wenn ich mir einfach so eine Infrarotkabine in meine Wohnung stelle? Also, im Wohnzimmer wär noch Platz. Ob ich mir dann diese Ruhe einfangen kann? Meinen Gedanken nachhängend, liege ich im Wellnesshotel auf der Liege und lese ein Buch! Ein ganzes Buch! Ich nehm mir die Zeit, ich werde ganz ruhig und kuschelig. Keine Informationen dringen von außen zu mir in die wlanfreie Zone! Aber kurz kann ich schon mal auf facebook schauen und eine Runde „Gardenscapes“ spielen.
Nein, nur  ...


Foto Tina Reichl/FaceApp

Ruhig Blut

Jetzt ist es also soweit. Ich bin alt. „Nein, das ist keine Frage des Alters. Hoher Blutdruck ist oft auch ein genetisches Problem!“, will mich mein Arzt beruhigen und drückt mir ein Rezept in die Hand.
Ich versteh das nicht, ich habe einen erfüllenden Job, einen Mann, der im Haushalt mithilft und mir morgens SMS schreibt „Du in der Früh – bist immer ein zuckersüßer Anblick!“ Ich könnte also total gechillt durchs Leben gehen. Es ist mir wirklich unerklärlich!


Foto eyetronic - stock.adobe.com

Tibfähla

Auf facebook schreibt eine Dame „Ich hete ein Navi zu vergeben, ein noamles Navi was geht für wenn ma mit denn Auto unterwegs ist“.
Ich atme tief durch und entferne den Kommentar wieder, bevor mein Finger den Button drücken kann! Phu! Das war knapp!
Ich scrolle schnell weiter. Der Standard.at hält mich mit einer rosa unterlegten Headline auf dem Laufenden! „Keine der beiden (Parteien?) Beantworten Fragen von Journalisten.“
Aha, Zeitwörter also jetzt groß und in der  ...


Foto eelnosiva - stock.adobe.com

Papa

„Die Pubertät ist das Geschenk Gottes an die Eltern!“, hat mir meine liebe Freundin Uschi einmal verraten. „Denn da werden sie so deppert, dass du froh bist, wenn sie sich endlich schleichen!“ Was aber, wenn Eltern auf einmal flügge werden?
Aber beginnen wir ganz von vorne:Aufgewachsen in einer liebevollen Familie war ich die verwöhnte Prinzessin mit blondem Engelshaar par excellence. Mein Vater las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Später traf ich meinen Prinzen und zog mit  ...


Foto James Steidl – stock.adobe.com

Werbung

„Max, magst du einen Smoothie?“ „Jaaaa, aber nur …. mit Joghurt, super fruchtig allemal, s wie schmeckt gut und sehr milde, angenehm und optimal!“, singt das Kind vergnügt. Fahr ich zum Hofer, fängt er an die Melodie aus der Werbung zu pfeifen. Ähnliches bei Media Markt – Wo kommt der Spaß her?, Billa – sagt der Hausverstand, Hornbach – Sag nicht Projekt, wenn du nicht Hornbach meinst!, Kika – I bin a Kika! oder Möbelix – kost fast nix. Dasselbe bei Getränken, ganz  ...


Foto Tina Reichl

Sommer

Die zwei neuen Gartenliegen schauen mich vorwurfsvoll an. Die Regentropfen laufen an ihren nicht mehr ganz so weißen Bezügen herab und fragen mich: „Warum bist du den ganzen Sommer nicht auf uns gelegen?“ Und jetzt frage ich mich das ebenso. War es nicht heiß genug? Nein! Hattest du keine Zeit? Hm. Zu Ferienbeginn möchte man ja alles so richtig auskosten, man kauft sich die NÖ Card, um 300 Ausflugsziele in die acht Ferienwochen zu packen, oder bucht eine Kreuzfahrt, auf der man jeden  ...


Foto Verlag Jungbrunnen ZvG

Ich bin ich

Ja, es geht um die älteste Frage der Menschheit: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?
Anfangs war das leicht! In der Volksschule war ich die Martina. Im Gymnasium kam noch der Nachname dazu, denn komischerweise redet dort jeder Lehrer die Schüler mit ihrem vollen Namen an: Also war ich die Watzinger Martina – Nachname zuerst! Okay, das war zu lang für die meisten, also kurz: Watzi! Fand ich jetzt nicht so prickelnd, darum suchte ich mir bald eine neue Identität und stellte mich in  ...


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Schlof guad

Es gibt Katzenmenschen und es gibt Hundemenschen. Dazwischen gibt es nichts. Das ist wie mit Red Bull, entweder man liebt es oder man kann nicht einmal den Atem riechen von jemandem, der gerade einen Schluck getrunken hat. Ich bin ein Red Bull- und ein Katzenmensch. Ich habe nie verstanden, wie man so blöd sein kann, sich einen Hund anzuschaffen. Bis auf diesen Moment letzte Woche, als ich vom Tod der geliebten Hündin meiner Freundin Uschi erfahren habe, und sie mir den Abschiedsbrief ihrer  ...


Foto GiZPRAPHIS-fotolia.com

METOO

Nach einer Orchesterprobe mit dem Cellokoffer am Rücken, komme ich bei einer Stehtischrunde von leicht illuminierten Männern vorbei. „Oiso mia is liawa, won de Madln a Blosinstrument spün!“ Allgemeines Gelächter!
Als Blondine mit Brüsten zur Welt gekommen bin ich mit Nachpfeifen, Blicken ins Dekolleté, Busenstreifern, Popoklatschern und derben Sprüchen groß geworden. Das gehört für mich schon fast zum normalen Umgangston zwischen Mann und Frau und ... es gefällt mir!