MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Es wahlt

Text Beate Steiner
Ausgabe 12/2012

Wenn die Bilder in lokalen Medien immer breiter werden, weil immer mehr wichtige Politiker dem Fotografen vor die Linse springen . . .
Wenn Funktionäre für’s Foto nicht mehr nur rote Bandl bei Straßenabschnittseröffnungen und Bahnhofseinweihungen durch, sondern sogar heimatverbunden Weihnachtsbäume um schneiden  . . .
Wenn bei jedem Politikerstatement zunächst die parteipolitischen Prämissen gebellt und die Mitbewerber beschimpft werden, bevor’s ums eigentliche Thema geht und darum, wie die anstehenden Probleme gelöst werden könnten . . .
Wenn die Parteistrategen uns via ORF und inseratengefütterter Printmedien unseren täglichen Polit-Heroe geben und verbissen zählen, wer wie oft und wo herausgelacht hat . . .
Wenn Partei-Lakaien das Volk verklärt zum Applaudieren aufrufen über unvorstellbare Investitions-Millionen ins Wünsch-dir-was der Wählerschaft und ihrer Bürgermeister . . .
Dann, ja dann sind Wahlen in der Warteschleife.

Spannend zu beobachten, wenn ein Steinderl ins Getriebe dieser Wahlkampf-Maschinerie geworfen wird. So geschehen in der Nähe von St. Pölten, als Kabarettist Roland Düringer auf der Bühne die Euphorie des Wahlwerbers dämpfte, der blumig von den Wohltaten  schwärmte, die dank der Weitsicht seines Parteivorsitzenden und dank der Beschlüsse seiner Partei ins Land fließen: „Es ist aber schon klar, dass das unser Geld ist, das investiert wird.“ Sprach Düringer. Das Volk klatschte Beifall, der Politiker schwieg.