MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Schön grüssen!

Text Herbert „Hebi“ Binder
Ausgabe 03/2011

St.Pöltens Erhebung zur Landeshauptstadt vor inzwischen fast 25 Jahren, der Versuch einer behutsamen Emanzipation also von der geistigen Welt Meidling, Simmering und Favoriten, hat neben Vorteilen auch Probleme mit sich gebracht. So sind etwa nicht wenige der tagtäglich beruflich einpendelnden Kulturmigranten noch immer kaum der Sprache der indigenen Bevölkerung mächtig. Ein Schritt zur Beseitigung dieser Barriere soll nun mit dem Projekt „Schön grüßen!“ gesetzt werden.
Im eher bürgerlichen Milieu geht man sicher nicht fehl mit „Sgott!“ bzw. „Pfehlung!“, wobei ein offenes O bei Sgott besonders freundlich wirkt. In der Vorstadt hört man, je nach Tageszeit, eher „Dag!“ oder „Namd!“. Bühnenarbeiter kommunizieren mit „Moang!“, „Moezeid!“ (ab 11) und „Dere!“. Noble Sozis rufen dem Fremdling „Grüssi!“ oder gar „Grüßesie!“ zu. Gemüt wie den Heuduft des inneren Traisentals spürt man aus „Griaßdi, Griaßeich, Pfiaddi und Pfiaddeich“. „Haaalo!“ sagt man (vermeintlich erstaunt), wenn man nicht genau weiß, ob man mit allen per Du ist, grüßt einen aber jemand per „Halloooh!“, dann handelt es sich im Zweifel um einen verarmten jungen Landadeligen.
Doch Achtung: Nicht jeder Banker hört auf „Weidmannsheil“, nicht jeder Sozialdemokrat auf „Freundschaft“! Und selbst wenn Er dich fesch auf die Schulter gehaut hat, hast du nicht zu sagen „Seass Eawin!“, sondern doch besser „Servus, Herr Landeshauptmann!“ – mit einer dezenten Verneigung vielleicht.
So richtig zu uns, liebe Freunde aus Döbling wie Wanne-Eickel, gehört ihr aber sicher dann, wenn euch die Supermarkt-Kassierin anstrahlt mit einem echt vom Herzen kommenden: „Schendogno!“.