MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Unterbelichtet

Text Christoph Wagner
Ausgabe 07/2005
Ja wir haben einen Bahnhof! Kurz nach Mittag läuft im ORF eine Quizshow für Kinder. Frage: Welche Stadt hat keine Seebühne? A. Mörbisch, B. Bregenz, C. St. Pölten. Kurz überlegt, dann antwortet die junge Kandidatin trocken: St. Pölten. Die Moderatorin gratuliert. In den abflauenden Applaus vom Saalpuplikum murmelt sie, quasi hinten nach: „Aber St. Pölten hat einen Bahnhof.“ Ich blicke von der Zeitung hoch. Der Sager holt Erinnerungen hervor: z.B. das fassungslose „Aber du wohnst doch in St. Pölten!?“, das jemand meinem Plan, Ferien zuhause verbringen zu wollen, entgegen hielt. Oder die Assoziationsketten, die „St. Pölten“ regelmäßig bei Auswärtigen auslöst: olfaktorische Dauerbelästigung, grauslicher Bahnhof, menschenabstinente Fußgängerzone, keine Lokal- oder sonstige Szene, öd. Auch wenn noch vieles unerledigt ist, St. Pölten hat sich positiv verändert. Das Image der Stadt aber nicht. Es ist auf dem Stand vor 20 Jahren stehen geblieben. Was fehlt sind mutige Aktionen, die begleitet von einem kreativen Marketing über die lokalen Grenzen hinaus für Aufsehen sorgen und das Image nachhaltig verbessern. Das geht (bei uns) nicht? Frage: Linz hat heute das Image einer modernen, lebenswerten Kulturstadt weil A. den Verantwortlichen das Stinkerimage ihrer Stadt egal war? B. jeder Cent bei Kultur und Marketing 2x umgedreht wird? C. moderne Stadtentwicklung und spannende Kulturprojekte gut vermarktet werden? Die Verantwortlichen in St. Pölten überlegen noch…