MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Zivis als Filmstars

Text Gotthard Gansch
Ausgabe 03/2013

Viel nackte Haut und komische Szenen sind wohl die perfekten Zutaten für einen potentiellen Youtube-Hit. Hat ein Video des ASBÖ St. Pölten das Zeug dazu? Ein Blick hinter die Filmkulissen.

Die Cheerleader der American Football Mannschaft „Miami Dolphins“ erstellten ein Video zum allseits bekannten Lied „Call Me Maybe“ von Carly Rae Jepsen. Hierbei versuchen sie vor allem eines: gut auszusehen.
Der Arbeitersamariterbund St. Pölten nahm sich dieses Video zum Vorbild und transferierte die „Handlung“ in sein angestammtes Milieu: Nebst den sich räkelnden Cheerleadern verblassen die heimischen Helferlein in roten Uniformen keineswegs, statt nackter Haut brillieren sie mit witziger Schauspielerei. Der Youtube-User „NocSang“ fasst die Szenerie treffend zusammen: „genius, dont know where to look at, hot girls in the lower left, ahh shit i missed something of the funny dudes“.
Selbst Armin Wolf teilte das Video auf Facebook und Twitter mit seiner Fangemeinde mit den Worten „Schau an, der Samariterbund St. Pölten kann auch was.“

Spaß an der Sache
Entstanden ist das Video nicht bloß aus Jux und Tollerei, sondern als kreativer Beitrag für die interne Jahresabschlussfeier. „Eine Diashow gibt es bei jedem Vereinsfest oder Event“, erzählt Stefan Umgeher, treibende Kraft sowie Regisseur, Schauspieler und Choreograph in Personalunion.
Das Video verbreitete sich schnell, und so erkannten die Samariter, dass man es „durchaus nett zur Promotion“ verwenden kann. „In erster Linie wollten wir aber nur zeigen, dass auch abseits der Arbeit ein starker Teamgeist und jede Menge Spaß vorhanden sind“, ergänzt Stefan. Dieser Spaßfaktor und die Kameradschaft sind mit ein Grund, warum er freiwillig Hilfe leistet: „Die Mitarbeiter beim ASBÖ St. Pölten sind zum größten Teil nicht nur meine Kollegen, sondern auch meine Freunde.“ Außerdem sei es eine facettenreiche Arbeit, die nicht nur wegen eines Videodrehs Abwechslung biete. „Die Arbeit beim ASBÖ ist kein gewöhnliches Hobby. Ständig wird man mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Faszinierend finde ich die Kombination von Spaß und Ernsthaftigkeit“, führt Stefan weiter aus. Die Arbeit spiegelt sich somit in gewisser Weise selbst im Video wider.

Zählbares
Die meisten Akteure des hiesigen Videos sind Zivildiener, wo die Mehrheit auch bereits freiwillig Dienste übernimmt. Vier gänzlich Freiwillige waren auch daran beteiligt. Gedreht wurde fast alles innerhalb einer einzelnen Nacht. Nach zehnstündigem Schnittmarathon wurde das Video schließlich veröffentlicht und binnen zehn Stunden fast 7.000 mal aufgerufen, nach drei Wochen stehen nun über 45.000 Views und 800 positive Bewertungen zu Buche.
Dies mag auch manch internen Kritikern zum Verstummen bringen: Bessere Werbung gibt es nicht für den ASBÖ. Das muss das Rote Kreuz erst einmal nachmachen!