MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Immer live dabei sein

Ausgabe 04/2007

St. Pölten hat einen neuen Club. Im Kinocenter Hollywood Megaplex machte zuvor die Nachtschicht neun Jahre lang Programm, nunmehr soll mit einem „mutigen, innovativen und anspruchsvollen Konzept“ von Mittwoch bis Samstag abwechslungsreiche Party-Stimmung garantiert und „neues“ Publikum angesprochen werden. Rudi Kurz, Betriebsleiter und Langzeit-Kenner der St. Pöltner Disco-Kultur, im Gespräch.

Warum kam es zum totalen Umbau?
Nach neun Jahren war es an der Zeit. Außerdem wollten wir uns völlig neu positionieren, um dem alten Image wir hätten „zu junges“ oder „nur ausländisches“ Publikum entgegenzutreten. Was ist neu am Live-Club?
Nicht nur das gesamte Innenleben, auch das Musikprogramm hat sich geändert. Wir wollen mit „erwachsener“ Musik auch „älteres“ Publikum ansprechen. Am Mittwoch wollen wir eine „geile Clubgeschichte“ aufziehen, Fortgehen unter der Woche, nach dem Abendessen mit der Frau oder mit Geschäftsfreunden, immer auch Themenabende wie „Wein und Käse“ oder mal eine „Zigarrenlounge“. Am Donnerstag gehen wir „back to the roots“ mit 70er / 80er / 90er Musik, aber eher anspruchsvolle House-Nummern bzw. „Tanzmusik auf Bestellung“ in der Mausefalle. Am 26. April legt zum Beispiel Chris Heart bei uns auf.Der Freitag nennt sich „Pure LIVE“, ein buntgemischter Partyabend, immer wieder auch themenbezogen. Am Samstag gibt’s mit „Best of R’n’B und Dance“ angesagte Top-Tracks und die besten DJs und Live-Acts. Den Club hat man ja nach dem Umbau gar nicht mehr wiedererkannt…
Das stimmt, wir haben sehr viel in ein neues Aussehen investiert. Es ging uns aber auch darum, den Leuten etwas Neuartiges zu präsentieren – Fortgehen mit Niveau. Darum gibt’s bei uns auch keine Getränkeaktionen oder „flat rate Saufen“, wie wir das nennen. Der Eingangsbereich in den Club ist jetzt ebenerdig, das wirkt einfach freundlicher. Seit Ostern gibt‘s im „Bistro“ gleich beim Eingang auch Kaffee und kleine Snacks. Es heißt ihr sucht euer Publikum sehr streng aus. Leute mit den falschen Schuhen werden weggeschickt, gleiches hört man beispielsweise über Leute asiatischer Abstammung. Seid ihr ein ausländerfeindlicher Schickimicki-Betrieb?
Nein! Diese Szene gibt es in St. Pölten ja gar nicht, das könnten sich höchstens zwei Clubs in Wien erlauben, aber sicher nicht wir in St. Pölten. Es geht uns nur darum, dass die Leute „sauber“ kommen. Der Gesamteindruck muss passen, damit sich alle wohlfühlen.St. Pöltner sind es halt nicht gewohnt, dass sie sich beim Fortgehen auch dementsprechend herrichten müssen. Wie viele von den Leuten waren denn schon mal in Ibiza ­– oder kennen einen Dresscode? Teilweise haben ja auch alte Stammgäste ihre Garderobe umstellen müssen. Und wenn es um Ausländer geht: Es gibt keinerlei generelle Verbote, es wird immer im Einzelfall von der Security entschieden, ob jemand rein kann oder nicht. Das hängt auch mit der Anzahl der Besucher zusammen. Bei großen Gruppen oder bekannten Störenfrieden muss man aufpassen. Seid ihr mit dem Start zufrieden?
Im Großen und Ganzen: Ja! Es zeichnen sich neue Stammgäste ab, aber wir wissen gerade bei Mittwoch und Donnerstag, dass viele Leute noch gar nicht wissen, was wir an diesen Tagen bieten. Da gibt es noch einiges zu entdecken! Manche wundern sich, dass die Toiletten gleich geblieben sind, wo doch der gesamte Club umgebaut wurde…
Das beste Kompliment ist, wenn uns die Damen loben, dass die Toiletten immer in Ordnung sind. Da ist uns Sauberkeit immer ein großes Anliegen gewesen. Beim Umbau lag aber die Priorität nicht auf den Toiletten, das stimmt schon. Was es aber gibt, sind beispielsweise Ganzkörperspiegel auf der Damentoilette – die sind heiß begehrt! Wir überlegen uns aber noch die eine oder andere Verbesserung bei den Toiletteanlagen, also da wird sich auch noch etwas tun. Was hat der Umbau gekostet?
Mehr als zwei paar Socken. Aber darüber spricht man in der Branche eigentlich nicht.