MFG - In was für einer Stadt leben wir eigentlich...
In was für einer Stadt leben wir eigentlich...


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

In was für einer Stadt leben wir eigentlich...

Ausgabe 11/2015
… in der zuletzt großer Aufruhr herrschte. So offenbarte sich nach dem Aufstellen des Weihnachtsbaumes am Rathausplatz ein großes Loch im Baum! Sofort machte sich Panik breit, die aber durch das Aktivieren des Baum-Notfallplanes der Abteilung 2412 rasch ausgeräumt werden konnte, wo man bishin zur Liedgestaltung an alles gedacht hatte: So sollte der nunmehr unpassende Klassiker „Oh Tannenbaum“ einer Adaptierung des Gassenhauers von Rainhard Fendrich und Reinhard Mey „Da ist ein Loch in der Tanne“ weichen. Während Puristen hausintern darauf verwiesen, dass es sich beim 19m-Lackl um eine Fichte handle und sie daher für „Diese Fichte ist nicht dichte“ eintraten, konnte in der Zwischenzeit die Stadtgärtnerei den Schaden beheben, indem sie einfach einen neuen Ast hinzufügte! So wird nun doch „Oh Tannenbaum“ erklingen, wobei heuer – als kleines Dankeschön – die Textzeile „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, die Gärtner flicken dich, das ist ein Traum!“ eingebaut wird. Auf die Fichte wurde nicht mehr eingegangen.
… in der sich die Gemeindebediensteten ab sofort in der „younion – Die Daseinsgewerkschaft“ wiederfinden, was Vorsitzender Christian Meidlinger als „Meilenstein unserer Organisation“ bezeichnete. Da hat er wahrlich recht: Was sind dagegen schon historische Errungenschaften wie die Kranken- und Pensionsversicherung, der acht Stunden Arbeitstag oder die 40-Stundenwoche! Da stellt ein schneidiger, anglisierter Name (um den internationalen Anspruch zu unterstreichen) schon ein ganz anderes Kaliber dar, noch dazu wo er so wunderschön selbsterklärend ist, wie Meidlinger ausführte: „Die Formel ist ganz einfach: you (du) + union (Gewerkschaft) = younion.“ Na brack! Ob man den Zusatz Daseinsgewerkschaft gewählt hat, weil man ob derart großer Würfe um die Daseinsberechtigung fürchtet, ging aus der Aussendung übrigens nicht hervor. Dafür reiben sich angeblich schon die Anwälte, die Wellensteyn gegen Wellenstein vertraten, die Hände: Die akustische Ähnlichkeit zwischen younion und UNION ist frappant ...
… in der die Fans des SK Rapid Wien auf die Barrikaden steigen. So wurde der Spielplatz Höhe Rilkeplatz in violett, also den Klubfarben von Austria Wien gestaltet. „Des is a Affront gegen olle Grünweißen!“ Wie man angeglich von Seiten der Stadtverwaltung beruhigt, handelt es sich aber nur um einen Pilotversuch. In Folge sollen auch weitere Spielplätze der Stadt in den jeweiligen Klubfarben von österreichischen Spitzenklubs angemalt werden. Ja, angesichts der außergewöhnlichen Erfolge der Nationalmannschaft überlegt man als Ausnahme sogar einen Spielplatz in Rot-Weiß-Rot zu gestalten, wobei die Rutsche als Hommage an unseren Schweizer Teamtrainer Marcel Koller in rot mit weißem Kreuz gestaltet werden könnte. Protest kam übrigens auch vom SKN St. Pölten, weil man in dem Konzept nicht berücksichtigt ist, da nur Mannschaften der Obersten Liga Pate stehen. Trainer Sir Karl Daxbacher nimmts sportlich: „Das könnte das letzte, entscheidende Motivationsfünkchen für die Burschen sein, um endlich den Aufstieg zu schaffen!“