MFG - In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...
In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...

Ausgabe 09/2019
… aus der eine kommt, die ganz besonderen Käse liefert. Und zwar ins berühmte Londoner Victoria & Albert Museum. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Engländer jetzt europäischen Käse im Museum lagern, weil nach dem Brexit womöglich keiner mehr auf die Insel kommt. Designmuseumsreif ist er deshalb, weil er aus Kuhmilch und menschlichen Bakterien hergestellt wurde. Promis wie Blur-Bassist Alex James (Bild) oder Star-Koch Heston Blumenthal spendeten der St. Pöltner Forscherin und Designerin Helene Steiner „ihre“ Bakterien – vom Achselschweiß über Ohrenschmalz bis zum Schamhaar. Die daraus produzierten Käse-Laibe sind Teil der Ausstellung „Food: Bigger than the plate“ und „wären genießbar“, wie Steiner versichert. Die Botschaft ist aber eine andere: „Er soll Menschen mit ihrem Ekel vor Mikroben konfrontieren, ohne die wir nichts riechen und schmecken würden.“
… in der Morgenstund bekanntlich Gold im Mund hat, oder neuerdings auch die Fusion aus beidem, nämlich „Morgengold“. So nennt sich jener Zustelldienst, der seit kurzem frisches Gebäck direkt bis zur Haustür liefert. Und das ist nicht der einzige Zustellservice, der Appetit auf die wachsende Hauptstadt bekommen hat. So düsen auch die Mjam-Kuriere durch die Stadt, und auf der Plattform finden sich über 30 Restaurants, die ihre Speisen direkt auf den heimischen Küchentisch bringen – samt Comeback von McDonalds. Zu fixen Standorten, die man wöchentlich jeweils auf der Facebook-Seite erfährt, liefern auch die Damen von Supperiör per Fahrradkurier ihre Köstlichkeiten. Und wer nicht auf fertige Speisen, sondern frische landwirtschaftliche Produkte steht, kann sich neuerdings von EUTA (ein Zusammenschluss regionaler Bauern) frisches Obst, Gemüse & Co. direkt ins Haus liefern lassen. Mjam!
… in der in St. Pölten ein Brandanschlag auf die FPÖ-Landesparteizentrale verübt wurde. Ist die Tat Irrsinn, so waren es die politischen Instrumentalisierungsversuche nicht minder. So mutmaßte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafecker ohne Beweise „[…] es stellt sich natürlich die Frage wie weit solche Anarchisten, die von SPÖ, Grünen und NGOs wie SOS-Mitmensch gestützt und beschützt werden, noch bereit sind zu gehen“ Noch unterirdischer reagierte die SPÖ Langenzersdorf, die auf Facebook mutmaßte: „Haben schon die Nazis so gemacht: Zuerst selbst den Justizpalast [sic] angezündet und dann ‚Feuer’ geschrien.”
Vor 80 Jahren brach der 2. Weltkrieg aus, als „Reaktion“ auf einen fingierten polnischen Angriff auf den Sender Gleiwitz. Der Weltkrieg forderte ca. 60 Millionen Tote. Dem realen Krieg ging jener der Worte, Propaganda und Lügen voran. Brandstifter raus aus der Politik!