MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Wattebauscherl

Text Tina Reichl
Ausgabe 09/2021

Ich liebe Buchstaben, Schriften und Wörter. Ich liebe sprachliche Doppeldeutigkeiten, Wortspiele und Oxymora. Wer kennt es nicht, mein Lieblingsgedicht: „Dunkel war´s, der Mond schien helle, als ein Wagen blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr….“
Auch Verkleinerungsformen haben es mir angetan. Wattebauscherl zum Beispiel kann ich nicht sagen, ohne dabei zu lächeln, ist das nicht einfach süß? Gspusi und Pantscherl klingen auch so harmlos und liebevoll, was kann daran verkehrt sein? Oder Zwutschgerl und Rawuza.
„Nau, du kleiner Rawuza, jetzt hab ich dich aber!“ Ich verwende aber diesen Ausdruck nicht für die Absonderungen meiner Nase, sondern als eine Art Kosenamen für meinen kleinen Schlingl, also für meinen Sohn. Also jetzt nicht mehr so oft, er ist ja auch schon größer als ich.  Auch das Wort „Wattebauscherl“ hab ich schon lang nicht mehr ausgesprochen. Es gibt ja jetzt nur mehr die Wattepads! Wie schade! Genauso geht’s den Sackerln an den Kragen. Kein Mensch fragt dich heute mehr, ob du ein Sackerl willst. Zumindest ist es nicht mehr gratis!
Schwammerl ist auch lieb. „Gemma Schwammerl brocken?“ Oder Lackerl. „Pfiati Lackerl!“
Wenn ich aber ein Lieblingswort nennen soll, bin ich im Wiglwogl! Ich sollte mir mal eine Liste machen und immer, wenn mir eines einfällt, es sofort notieren. Hab mir eh schon einen kleinen Taschenkalender gekauft und trage mir schon die wichtigsten Termine darin ein. Moment, jetzt weiß ich es! Mein neues Lieblingswort heißt:

Herbstferien!