Bunt gemischt
Ausgabe 02/2026
Während die Regierungsbildung nach der letzten Nationalratswahl satte 155 Tage in Anspruch nahm, ging der Prozess im Nachgang der St. Pöltner Gemeinderatswahlen einigermaßen flott von statten. Nach nicht einmal einem Monat hatten sich SPÖ und Grüne auf eine Koalition geeinigt, so dass am 23. Februar die Konstituierende Gemeinderatssitzung durchgeführt werden konnte. Diese wies freilich neben besagter Zusammenarbeit – die SPÖ musste sich erstmals seit 1960 wieder einen Partner suchen (damals die FPÖ) – noch weitere Besonderheiten auf. So wurde zum ersten Mal seit 1982 mit Max Zirngast wieder ein Kommunist angelobt. Mit Susanne Binder-Novak nimmt nach einem Zerwürfnis mit ihrer ÖVP wieder eine „wilde“, sprich fraktionslose Abgeordnete, im Plenum Platz. (Der letzte „Wilde“ war Anfang der 2000er-Jahre Hermann Nonner, der zwischenzeitig seiner Mutterpartei FPÖ abtrünnig geworden war.) Auch lange her ist die Funktion eines „Ständigen Vertreters des Bürgermeisters“, die nunmehr Walter Heimerl-Lesnik bekleidet. Der letzte war – gleich für zwei Bürgermeister – Fritz Schöggl. Und ein komplettes Novum: Erstmals seit 1945 sind sechs Parteien im Gemeinderat vertreten und repräsentieren damit die Vielfalt der Bevölkerung wie nie zuvor.



