MFG - Eine Krankheit namens schreiben
Eine Krankheit namens schreiben


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St. Pöltens gute Seite

Eine Krankheit namens schreiben

Text Julia Miehl
Ausgabe 12/2008

Ein Autor ist jeder, der schreibt. Ein Schriftsteller hingegen ist man erst, wenn man dafür bezahlt wird. Sagt eine, die es wissen muss: Cornelia Travnicek, die eines immer sein wollte – Schriftstellerin.

Ein Traum, den sich die 1987 in St. Pölten geborene Nachwuchsliteratin, die auch in Traismauer, Krems und Wien anzutreffen ist, erfüllt hat.
Angefangen hat alles mit ein paar Gedichten und der Jugendliteraturwerkstatt Graz. „Dort erfährt man als erstes, dass das, was man schreibt, bei Weitem nicht so toll ist, wie man selber glaubt“, erinnert sich Travnicek an die ernüchternde Erfahrung, die sie aber keinesfalls missen möchte, ja im Gegenteil sogar für unumgänglich hält: „Das ist die wichtigste Erkenntnis, die man am Weg zum Schriftsteller haben muss!“

Steiniger Weg
Zwar gäbe es durchaus Möglichkeiten und Unterstützung für junge Autoren, aber es könnten ruhig noch mehr sein. Schriftsteller gilt gemeinhin als brotloser Beruf, weshalb sich Eltern häufig Sorgen machen und nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn ihr Kind diesen Weg einschlägt. Man muss sehr um Anerkennung kämpfen, sowohl bei den Eltern als auch im Literaturbetrieb selbst. Travnicek hat sich aber durchgesetzt. So wurde sie 2006 beim bekannten FM4 Wortlaut Literaturwettbewerb zum Thema „Lichter“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. „Das Gute am Wortlaut ist, dass dein Namen bekannter wird. Der erstplatzierte Text wird sogar im Standard abgedruckt, das ist irgendwie mehr wert als der Geldpreis selbst!“
Dass man es in gewisser Weise geschafft hat, wird einem bewusst, wenn man sein eigenes Buch gedruckt in Händen hält. „Natürlich nicht in einem Verlag, in dem Autoren dafür bezahlen müssen“, betont Travnicek. Ihr neuer Roman ist in der Literaturedition NÖ erschienen, heißt „Die Asche meiner Schwester“ und wurde vom Publikum und der Kritik sehr gut aufgenommen.
Und was möchte sie noch erreichen? „Es geht nicht darum, ETWAS zu erreichen, sondern darum, Menschen  zu erreichen!“, relativiert sie. „Abgesehen davon ist das Schreiben wie eine Krankheit, man kann nicht mehr aufhören!“
Man darf sich also auf weitere Werke freuen. 
www.cornelia-travnicek.jimdo.com